• Höheren Abgaben entgegenwirken

Höheren Abgaben entgegenwirken

26.02.2016     MARCO SCHMUCKI, Leiter Marketing Migrol AG

Energieabgaben – Zu Beginn des Jahres 2016 wurde die CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe erhöht. Die seit 2008 erhobene CO2-Abgabe soll Anreize zum sparsamen Verbrauch von fossilen Brennstoffen schaffen.

Gemäss Bundesamt für Umwelt ist die CO2-Abgabe «ein zentrales Instrument zur Erreichung der gesetzlichen Klimaschutzziele ». Im Kyoto-Protokoll hat sich die Schweiz verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Das Etappenziel für das Jahr 2014 wurde knapp verfehlt. Hausbesitzer mit einer Öl- oder Gasheizung bezahlen ab dem Jahr 2016 deshalb – ganz unabhängig von der aktuellen Ölpreisentwicklung – pro Heizperiode durchschnittlich 200 Franken mehr für die Deckung ihres Wärmebedarfs. Eine Beschwerde gegen den Beschluss wurde vom Bundesverwaltungsgericht abgelehnt. Das Verfahren wird weitergezogen; wie auch immer das Urteil des Bundesgerichts ausfallen wird, der politische und soziale Druck auf fossile Brennstoffe wächst zusehends.

Neue internationale Klimaschutz-Vereinbarung

Triebfeder dieser Lenkungsanstrengungen sind die internationalen Bemühungen zur weltweiten Reduktion des CO2-Ausstosses. Die UNKlimakonferenz «COP 21» fand als 21. UN-Klimakonferenz und gleichzeitig als 11. Treffen zum Kyoto-Protokoll im Dezember 2015 in Paris statt. Dieser Konferenz wird eine zentrale Bedeutung beigemessen, da daraus eine neue internationale Klimaschutz-Vereinbarung in Nachfolge des Kyoto- Protokolls verabschiedet wurde. Die Versammlung beschloss ein Klimaabkommen, das die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2° C, wenn möglich sogar unter 1,5° C, vorsieht und «Paris-Abkommen » genannt wird. Ganz vorne mit dabei: die Schweiz. Sie reichte im Februar 2015 als erste Nation überhaupt ihre Absichtserklärung ein. Welche Massnahmen konkret zum vereinbarten Ziel führen sollen, ist indes noch nicht bekannt.

Hauseigentümer können agieren

Die nächsten Lenkungsbemühungen des Bundes werden nicht lange auf sich warten lassen. Grund genug, sich als Hauseigentümer frühzeitig mit der Frage nach einer nachhaltigen Energieversorgung in den eigenen vier Wänden zu beschäftigen.

Die Technologie hat sich in den vergangenen Jahren markant verändert. Bis heute sind neben den klassischen Energie-Erzeugungsmöglichkeiten auch Speicherkapazitäten entstanden, die nicht nur auf ökologische, sondern auch auf ökonomische Motive abzielen. Ein gutes Beispiel dafür sind Wärmepumpen- Boiler, die rund zwei Drittel des Energiebedarfs im Vergleich zu einer rein elektrisch betriebenen Variante einsparen. Neu ist auch die Möglichkeit, selbst über Photovoltaikanlagen gewonnene Energie nicht nur via Warmwasseraufbereitung, sondern mittels einer Batterie zu speichern. Tesla – als Schrittmacher in der Automobilindustrie – bringt neben Elektroantrieben für Fahrzeuge nun unter dem Namen «Powerwall» auch eine vielversprechende «Batterie für selbst erzeugte Energie im Eigenheim » auf den Markt. Das goldene Dreieck der privaten Energiepolitik könnte künftig immer mehr so lauten: Nutzung der frei verfügbaren Energien wie beispielsweise Sonneneinstrahlung oder Aussenwärme, intelligente zeitliche Gestaltung des Bezugs- und Verbraucherverhaltens und rechtzeitige Anforderung von öffentlichen Fördergeldern unter zeitgleicher Mitnahme der Steuervorteile. Die Auseinandersetzung mit dem Thema «nachhaltige Energiepolitik» wird im Mikrokosmos Eigenheim genauso differenziert geführt wie auf dem internationalen Parkett. Eines ist sicher: Wer sich früh genug um eine kompetente Beratung kümmert und Chancen und Leistungen gezielt wahrnimmt, profitiert am stärksten von der heiss diskutierten Energiewende in den nächsten Jahren.