• Gebäudeeigentümer nehmen ihre Verantwortung wahr – und werden trotzdem bestraft!

Gebäudeeigentümer nehmen ihre Verantwortung wahr – und werden trotzdem bestraft!

11.07.2017    

Erst noch hat das Bundesamt für Umwelt verkündet, dass der Gebäudebereich in Bezug auf die Treibhausgase auf Zielkurs sei. Für den HEV Schweiz ist es unverständlich, dass jetzt die Eigentümer und Mieter trotzdem mit höheren CO2-Abgaben belastet werden sollen.

Erst vor drei Monaten hat das Bundesamt für Umwelt die Zahlen zum Treibhausgasausstoss für das Jahr 2015 präsentiert. Erfreulich an diesen Zahlen war, dass der Gebäudebereich mit einer Reduktion um 26% gegenüber 1990 das sektorielle Zwischenziel um vier Prozentpunkte unterboten hatte. Umso erstaunlicher mutet es nun an, dass trotz weiter gesunkenem CO2-Ausstoss im Gebäudebereich, die CO2-Abgabe von Fr. 84.-/t CO2 auf Fr. 96.-/t CO2 angehoben werden soll. Dies entspricht einem Anstieg von 3 Rp/l Öl. Es zeigt sich einmal mehr, dass mit der CO2-Abgabe lediglich die Eigentümer und Mieter gegängelt werden sollen.


Die Gebäudeeigentümer investieren jährlich freiwillig über 15 Milliarden in den Unterhalt und energetische Verbesserungen ihrer Liegenschaften. Davon werden rund elf Milliarden alleine durch private Eigentümer aufgewendet. Im Gegensatz zum Mobilitätsbereich, bei dem der CO2-Ausstoss nur dank der Aufgabe des Euromindestkurses eine Trendwende erreicht hat, werden im Gebäudebereich energetische Massnahmen umgesetzt, auch wenn sie sich finanziell nicht auszahlen.


Der HEV Schweiz zweifelt stark an der Lenkungswirkung der CO2-Abgabe. Die Rückerstattung der Abgabe über die Krankenkassenprämien wird durch die stets steigenden Prämien mehrfach aufgefressen und deshalb durch die Bevölkerung erst gar nicht wahrgenommen. Entsprechend stellt sich der Verband klar gegen eine weitere Erhöhung der CO2-Abgabe oder anderweitige Lenkungssysteme, wie sie im zweiten Massnahmenpaket zur Energiestrategie 2050 vorgeschlagen wurden. Ebenfalls ist die geplante Erhöhung der CO2-Abgabe auf bis zu Fr. 240.-/t CO2, wie sie im neusten Entwurf des CO2-Gesetzes vorgesehen ist, abzulehnen. Die sektoriellen Zwischenziele dürfen nicht noch mehr zu Ungunsten des Gebäudebereichs verschoben werden.