• Erhöhung des Fonds de Roulement ist überflüssig

Erhöhung des Fonds de Roulement ist überflüssig

30.08.2017    

Der HEV Schweiz lehnt die vom Bundesrat vorgeschlagene Aufstockung des Fonds de Roulement für den gemeinnützigen Wohnungsbau ab. Die Leerwohnungsziffer für Mietwohnungen wird auf 2.15% geschätzt und es zeichnet sich ein Überangebot ab.

Der Bundesrat schlägt die Aufstockung des Fonds de Roulement um 250 Millionen Franken sozusagen als Gegenvorschlag zur Initiative für „mehr bezahlbare Wohnungen“ vor. Der HEV Schweiz begrüsst, dass der Bundesrat diese Initiative ablehnt. Die Aufstockung des Fonds de Roulement ist angesichts der aktuellen Marktsituation jedoch unverständlich.

Zur Erinnerung: Von 1975 -1995 wurden 130‘000 Wohnungen staatlich gefördert. Dies führte in den 90er Jahren zu einem Überangebot und viele der staatlichen Wohnungen konnten nicht mehr vermietet werden. Dadurch erlitt der Staat „Mehrere 100 Millionen Franken“ an Verlust.

Wie die Credit Suisse heute bekannt gab, wird die Leerwohnungsziffer bei den Mietwohnungen auf 2.15% geschätzt. Mit Ausnahme der grossen Städte hat sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt also merklich entspannt. Das Risiko eines Überangebots ist somit bereits vorhanden.

Wie auch der Bundesrat im Bericht zur geplanten Aufstockung feststellt, ist die Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit Wohnraum gut. Es stehen genügend und qualitativ gute Wohnungen zu angemessenen Preisen zur Verfügung. Gemäss dem Bundesamt für Statistik betragen die Kosten für Wohnen und Energie 15 Prozent der Haushaltsausgaben (Haushaltsbudgeterhebung HABE 2014). Eine Wohnung kostet in der Schweiz durchschnittlich 1306 Franken.

Das Erstellen von Wohnraum ist nach Ansicht des HEV Schweiz Aufgabe der Privaten. Der HEV Schweiz lehnt staatliche Fördermittel hierzu namentlich auf Bundesebene ab. Es gehört nicht zu den Aufgaben des Bundes, Wohnraum zu verbilligen. Der Schweizer Immobilienmarkt ist sehr heterogen und die örtlichen Gegebenheiten und Anforderungen sehr unterschiedlich. Kantone und insbesondere Städte sind im Bereich der Wohnraumförderung, wo sie diese für sinnvoll erachten, denn auch sehr aktiv.

Statt noch mehr Steuergelder in den Wohnungsbau zu investieren, sind die baurechtlichen und weiteren Rahmenbedingungen für kostengünstigere privatwirtschaftliche Wohnbauten zu schaffen und Marktverzerrungen abzubauen.