• Auberginen: Glatte Schale, weicher Kern

Auberginen: Glatte Schale, weicher Kern

30.04.2018     Text & Fotos Ruth Schläppi

Auberginen zählt man in der orientalischen Küche zu den Grundnahrungsmitteln, wo die eiförmigen Früchte zu den vielseitigsten Gerichten verarbeitet werden. Mit etwas Geduld und einem sorgfältig gewählten Standort gedeihen diese Pflanzen auch bei uns – im Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse.

Das Nachtschattengewächs liebt eine kons­tante Wärme, wie sie etwa in Indien oder im südostasiatischen Raum vorkommt. Sind solche Temperaturen auch an einem hiesigen Standort gegeben, dann trägt die Pflanze ab August/September schöne eiförmige Früchte. Optimal werden Auberginen deshalb im Gewächshaus kultiviert. Kleinere Topfsorten gedeihen aber auch bestens auf einem südseitig ausgerichteten Balkon, wo die Sonne während des Sommers richtig herunterbrennt. Wenn sie ausreichend gewässert werden, zeigen die Gewächse dabei keine Schwäche. Ganz im Gegenteil: Sie bilden hübsche lilafarbene Blüten und später zahlreiche Früchte.

Sortenreich

Am bekanntesten sind die dunkelvioletten Früchte von Solanum melongena. Die keulenförmigen Eierfrüchte gibt es im asia­tischen Raum aber auch in Reinweiss, leuchtendem Gelb, Purpur und Violett, unifarben oder gestreift. Mal sind sie kugelrund wie Äpfel, ein andermal länglich wie Gurken. Die an sich mehrjährigen und krautig wachsenden Pflanzen werden hierzulande meist einjährig im Gewächshaus kultiviert. Dort, bei durchschnittlich 25 °C, erbringen die bis zu 1,5?m hoch wachsenden Auberginen den höchsten Ertrag. Die ganze Pflanze ist stark behaart, trägt wechselständige, eiförmig-längliche Blätter und zartblättrige, lila- bis violettfarbene kleine Trichterblüten in Glockenform, die aus den Triebachseln spriessen. Der Kelch bleibt eng und sternförmig bis zur Fruchtreife an der Frucht bestehen.

Heiss begehrt

Die eigentliche Ernte beginnt im Spätsommer, wenn die Auberginen je nach Sorte eine gewisse Länge aufweisen. Die Früchte werden immer halbreif geerntet, dass heisst, solange die Samenkörner im Innern noch weiss und weich sind. In China gehört die «Eggplant» zu den wichtigsten Gemüsesorten. Im orientalischen und asia­tischen Raum gibt es unzählige verschiedene Rezepte. Im mediterranen Raum wird das Gemüse in Scheiben geschnitten, kurz angebraten, grilliert und mariniert, als Moussaka zubereitet oder dem Ratatouille beifügt. Und bei uns sind die Auberginen vor allem zur Grillsaison heiss begehrt.

Eierpflanze aus Samen ziehen

Auberginen sollten möglichst frisch verarbeitet werden, im Kühlschrank halten sie sich rund eine Woche. Nicht neben Äpfeln oder Tomaten lagern, ansonsten beginnt das Fruchtgemüse rasch zu schrumpfen. Wer die Samenkörner für die nächste Aussaat ernten möchte, belässt die Früchte jedoch möglichst lange an der Pflanze. Dann die Körner vom Fruchtfleisch trennen, waschen und trocken lagern. Frühzeitig in Saatkisten gestreut, mit wenig Substrat und einer Glasscheibe zugedeckt und hell bei Zimmertemperatur aufgestellt, beginnen die Samen nach zwei bis drei Wochen zu keimen. Nach weiteren zwei Wochen die Sämlinge in Töpfe pikieren. Sobald sich mehrere Blätter gebildet haben, die Triebspitzen entfernen. So bildet die Eierfrucht einen buschigeren Wuchs und damit auch deutlich mehr Blüten.

Robust und wärmeliebend

Auberginen werden erst nach den Eisheiligen ins Freie gepflanzt, denn bei Temperaturen unter 15 °C wachsen sie nur zögerlich. Ab Juni oder sobald sich mehr als zwei Blüten am selben Trieb gebildet haben, die Sprosse erneut entspitzen. Dies reduziert zwar die Anzahl der Früchte, sorgt aber für eine Steigerung der Erntequalität. Auberginen mögen einen humosen Boden und eine regelmässige Düngung, am besten mit gutem Kompost und Brennnesseljauche. Keine chlorhaltigen Dünger verabreichen, denn darauf reagieren Auberginen empfindlich. Wässern sollte man die Pflanzen – wie die Tomaten – immer unterhalb der Blätter. Solanum melongena ist robust und nicht sehr krankheitsanfällig. Einzig die Verticillium­Welke lässt die Auberginenpflanzen eingehen. Bei Befall beginnen die Blätter vom Blattrand her einzutrocknen, die Blattmitte wird erst gelblich-hellgrün und später braun.