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Immobilienumfrage 2003-2004
 

Immobilienumfrage 2003 / 2004

11.01.2007
Die Auswertung der jüngsten Immobilien-Umfrage 2003/2004 des HEV Schweiz zeigt, dass die Lage am Immobilienmarkt in der Schweiz ähnlich eingeschätzt wird wie bei der letztjährigen Befragung. Die rund 80 befragten Immobilienverwaltungen und -investoren gehen von einer leicht positiven Entwicklung am Immobilienmarkt aus, wobei wiederum Unterschiede nach Sparten, Regionen und Objektarten ausgemacht werden kön-nen. Auffällig ist die Einschätzung bei den Mehrfamilienhäusern, wo sich eine deutliche Nachfragesteigerung abzeichnete.

Weitgehend stabile Situation im Wohneigentumsbereich

Die Mehrheit stellte auch im Jahr 2003 eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Nachfrage bei den Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen fest. 15 Prozent gin-gen von kleinerer und gut 30 Prozent von angestiegener Nachfrage in diesen Sparten aus. Die Bauland-Nachfrage wurde von 48 Prozent als unverändert, von 21 Prozent als rückläufig und von 31 Prozent als angestiegen wahrgenommen.

Entsprechend erfolgte auch die Preiseinschätzung: 58 Prozent der Befragten stellten bei den Einfamilienhäusern unveränderte Preise fest, 25 Prozent nahmen steigende, 17 Prozent sinkende Preise wahr. Bei den Eigentumswohnungen stellten 47 Prozent un-veränderte, rund 30 Prozent gestiegene und 24 Prozent gesunkene Preise fest.

In den letzten Jahren scheint der Wunsch nach Wohnen in den eigenen vier Wänden zugenommen zu haben. 72 Prozent der Befragten beobachteten einen Trend zum Kauf eines Wohneigentums in den letzten 12 Monaten. 22 Prozent stellten keinen solchen Trend fest, was sich vermutlich auf die unterschiedliche Entwicklung in den verschiede-nen Regionen zurückführen lässt. Dass die Anzahl Eigenheimbesitzer in den letzten Jahren insgesamt tatsächlich zugenommen hat, unterstreicht auch die kürzlich durch das Bundesamt für Statistik veröffentlichte Eigentumsquote, welche sich zwar immer noch auf eher bescheidenem Niveau befindet, zwischen 1990 und 2000 aber von 31.3 auf 34.6 Prozent angestiegen ist.

Gefragte Mehrfamilienhäuser

Auffällig war die Einschätzung in der Sparte der Mehrfamilienhäuser: Dort wurde von einer deutlichen Mehrheit von 62 Prozent eine angestiegene Nachfrage wahrgenom-men.

Beim Angebot an Mehrfamilienhäusern sind sich die Befragten dagegen uneinig: 45 Prozent stellten eine kleineres und ebenfalls 45 Prozent ein unverändertes Angebot fest. Klar ist, dass nur eine deutliche Minderheit von knapp 10 Prozent von einem ange-stiegenen Angebot in diesem Segment ausgeht.

Damit steht der verstärkten Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern kein entsprechendes Angebot gegenüber. Dies scheint sich bereits auf das Preisniveau auszuwirken: 51 Prozent sprachen sich für gestiegene und weitere 8 Prozent gar für stark gestiegene Preise aus. Ebenfalls 8 Prozent beobachteten gesunkenes und 33 Prozent unveränder-tes Preisniveau.

Erstmals wurde mit der diesjährigen Umfrage zu eruieren versucht, wie die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern durch Privatpersonen in den letzten Jahren verlief. Die Aus-wertung dieser Frage deutet darauf hin, dass diese Nachfrage tatsächlich zugenommen hat. Eine überwältigende Mehrheit von 76 Prozent der Befragten sprach sich für eine gestiegene und 23 Prozent für eine unveränderte Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern durch Privatpersonen aus.

Büro- und Geschäftshäuser weiter rückläufig

Im Büro- und Geschäftshäuserbereich stellten bereits zum zweiten Mal in der Folge gut 70 Prozent der Befragten einen deutlichen Nachfragerückgang fest. Demgegenüber ist das Angebot weiter angestiegen, was sich natürlich auf die Preise niederschlägt: 56 Prozent beobachteten sinkende und weitere 22 Prozent stark sinkende Preise. Lediglich 21 Prozent nahmen unveränderte Preise wahr, wobei das Preisniveau vielerorts bereits auf tiefem Niveau angelangt ist.

Regionale Unterschiede bei der Mietwohnungsnachfrage

Im Mietwohnungsbereich beläuft sich der durchschnittliche Leerwohnungsbestand der Befragten auf 1,64 Prozent (Vorjahr 1,29 Prozent), wobei 47 Prozent einen rückläufi-gen, 43 Prozent einen unveränderten und immerhin 10 Prozent einen gestiegenen Leerwohnungsbestand feststellten. Die Nachfrage nach Wohnraum verläuft sowohl nach Grösse der Objekte wie auch nach Lage sehr unterschiedlich. So beobachteten beispielsweise ganze 44 Prozent der Befragten eine geringe, 53 eine mittlere und kaum jemand eine grosse Nachfrage nach Wohnungen mit weniger als 4 Zimmern in ländli-chen Gemeinden. Auch auf Wohnungen mit vier und mehr Zimmern besteht in ländli-chen Gemeinden kein Run: 20 Prozent sprachen sich für eine geringe, 67 Prozent für eine mittlere und 14 Prozent für eine grosse Nachfrage aus. Anders sieht es erwar-tungsgemäss in Grosszentren aus: Dort stellte kaum jemand eine geringe, 19 Prozent eine mittlere und 81 Prozent eine grosse Nachfrage nach Wohnungen mit vier und mehr Zimmern fest.

Zukunftsaussichten

Für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen geht die Mehrheit der Befragten von unverändertem Preisniveau für das kommende Jahr aus. Für Mehrfamilienhäuser, wo wie erwähnt eine erhöhte Nachfrage wahrgenommen wurde, rechnet denn auch über die Hälfte mit steigenden Preisen. Ein deutlich anderes Bild zeigt sich wiederum bei den Büro- und Geschäftshäusern: Beinahe 80 Prozent der Befragten gehen von weiter sin-kenden oder gar stark sinkenden Preisen aus, nur 19 Prozent rechnen mit unveränder-ten Preisen.


© Hauseigentümerverband Schweiz, 8008 Zürich, Sandra Burlet, volkswirtschaftliche Mitarbeiterin, Nov. 2003

Dateien:
Grafiken2003-2004_01.pdf