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Ei, Ei, eieiei...

26.03.2010

Ansgar Gmür, Direktor HEV Schweiz

Zu Ostern werden viele Eier produziert. Schöne, farbige und auch spezielle Eier: So werden in der Diskussion um die Abschaffung des Eigenmietwerts auch einige «Kuckuckseier» ins politische Nest gesetzt.

Da versucht der CEO der Raiffeisengruppe, Dr. Pierin Vincenz, kräftig «mitzulegen». So behauptet dieser in der Handelszeitung vom Januar 2010: «Da wird versucht, eine typisch schweizerische Konstruktion (Eigenmietwert) zu ändern. Dieses Konstrukt hat bisher gut funktioniert (Anm. des Schreibers: Sicher, wenn man bedenkt, dass die Banken und der Staat damit jedes Jahr Milliarden verdienen!), da davon vor allem jüngere Menschen profitierten. Nun gibt es aber (...) immer mehr Rentner. Und diese haben zwar kein klassisches Einkommen mehr, aber dennoch den Druck des Eigenmietwerts. Dadurch entstehen jetzt solche Ideen, an einem System zu rütteln, das sich in der Vergangenheit grundsätzlich sehr bewährt hat.»

 

Bewährt für wen? Für Sie Herr Vincenz ganz sicher, haben Sie doch gemäss Berner Zeitung vom März 2009 max. 2 Millionen abkassiert. Auch der Verwaltungsrat Ihrer Bank kassierte max. 260'000 Fran-
ken pro Mitglied. Das ist doch ein ganz normales Haushaltseinkommen einer Schweizer Familie... Dass Herr Vincenz sich nun stark macht für die Erhaltung des Eigenmietwerts und somit seines grossen Lohnes, ist zu durchsichtig. Zudem sagt er doch indirekt, dass die Rentner das bisschen Eigenmietwert sicher finanzieren können, denn alle haben ja während Jahren wie er Millionen Einkommen erzielt. Was soll also der lächerliche Betrag des Eigenmietwerts? Herr Vincenz fürchtet im besagten Artikel: «So wäre damit alles darauf ausgerichtet, die Hypothek möglichst rasch zu amortisieren.» Schlimm! Schulden müssen her, und dies in der Höhe von total 700 Milliarden Franken, um den Bankchefs die Boni und das grosse Gehalt zu sichern.

 

Wir sehen das anders und haben fast täglich Anfragen von besorgten Eigentümern, die ihr Haus wegen des Eigenmietwerts kaum mehr halten können, sich das Zuhause über Jahrzehnte am Mund absparen mussten und kein Millionen-Einkommen hatten. Die Raiffeisenbank geniesst vor allem bei älteren Eigentümern einen «sozialen» Ruf. Ich frage mich, was an dem Vorgehen ihres obersten Chefs noch sozial ist? Nein danke, Herr Vincenz. Dieses Kuckucksei können Sie selber ausbrüten und nicht unserer Initiative zur Abschaffung des Eigenmietwertes ins politische Nest legen, nur um Ihren Lohn und Bonus zu sichern.

 

Ihr sozial denkender

Ansgar Gmür