Immer auch an künftige Bedürfnisse denken
Blick in den Heizungskeller mit dem neuen Gas-Brennwertkessel und beigestelltem Wassererwärmer. Bild elco
Als sich Erika Huber, Besitzerin eines Reiheneinfamilienhauses in Wilen bei Wollerau (SZ), mit der Erneuerung ihrer Ölheizung zu befassen begann, standen drei Kriterien im Vordergrund. Willkommen war jeder Raumgewinn im 4 ½-Zimmer-Haus mit 120 m2 beheizter Fläche. Weiter sollte das neue Heizsystem umweltfreundlich sein und wenig Wartungsaufwand verursachen. Sodann musste gewährleistet sein, dass die Heizung auch bei geringerem Wärmebedarf mit hoher Effizienz betrieben werden kann. Dies deshalb, weil die Erneuerung der Fenster bald ein Thema werden könnte.
Evaluiert wurde praktisch die ganze Palette an Heizsystemen. Teils deckten sie sich nicht mit den Budgetvorstellungen, teils hätte wie bei der Pelletsheizung keine neue Nutzfläche hinzugewonnen werden können, weil für die Lagerung des Brennstoffs ebenfalls ein Vorratsraum benötigt wird. Da im Quartier die Option Erdgas zur Verfügung stand, fiel die Wahl auf einen Gas-Brennwertkessel.
Eingebaut wurde ein Gasgerät, dessen Brennerleistung über eine Spanne von 0,9 bis 9,5 kW stufenlos geregelt werden kann, was zu optimalen Laufzeiten und dank minimalen Anfahr- und Bereitschaftsverlusten zu einem äusserst geringen Energieverbrauch und einem umweltfreundlichen Betrieb führt. Das Modulationsverhältnis von 1 : 10 gilt als exzellent für Gasgeräte. Es trägt dem geringen Wärmebedarf von gut gedämmten Gebäuden Rechnung.
Ersetzt Erika Huber die Fenster und verringert sich dadurch der Wärmebedarf, arbeitet ihr Gasgerät gleichwohl mit hoher Effizienz. Verfügt eine Heizung über keine Modulation und ist deren Minimalleistung höher als der mittlere Wärmebedarf, kann ein geringerer Wärmebedarf nur durch häufiges Ein- und Ausschalten, so genanntes Takten, erreicht werden. Dies zeigt bei einer Heizung genau so ungünstige Folgen wie bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor im Stadtverkehr. Der Stop-and-go-Betrieb führt zu höherem Energieverbrauch und Verschleiss sowie ungünstigeren Emissionswerten. Aus Komfortgründen wird bei Gasheizungen der Warmwasserspeicher in der Regel extern angeordnet. Der neue, separate Boiler mit einem Fassungsvermögen von 300 Liter verfügt über eine Elektrozusatzheizung, womit in der warmen Jahreszeit, wenn keine Raumwärme benötigt wird, die Heizung ausgeschaltet und das Warmwasser mit Nachtstrom bereitet werden kann. Da bei einer Gasheizung kein Brennstofflager mehr benötigt wird, konnte der Tankraum umgebaut und anderen Verwendungszwecken zugeführt werden. Er dient heute als Lagerraum und verbessert somit das Platzangebot. Erika Huber bezeichnet den neuen Abstellraum auch als Investition in die Zukunft. «Wir benötigen derzeit den Platz nur bedingt, denn das Haus wird von zwei Personen bewohnt. Aber wenn sich dies ändert, sieht die Sache rasch anders aus.»
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