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Anlagetrends für Privatanleger

10.12.2009
Viele Anlagekassen haben in den vergangenen Monaten einen Teil ihrer Verluste wieder wettgemacht. Verschiedene Anlagethemen versprechen auch langfristig nach wie vor attraktive Renditen.

Viele Aktien sind für langfristig orientierte Investoren immer noch die attraktivste Anlageklasse. Sie versprechen ab einem Zeitraum von mehreren Jahren eine deutlich höhere Rendite als Obligationen. Rückschläge auf die Tiefs von Anfang März 2009 sind unwahrscheinlich, auch wenn sich die Wirtschaft nur zögerlich erholen sollte und die Kurse erneut korrigieren.
Auf lange Sicht dürften sich die Aktienmärkte von Schwellenländern, Emerging Markets, überdurchschnittlich entwickeln. Sie haben in der laufenden Krise zwar deutlich stärker unter den panikartigen Verkäufen gelitten als die Aktienmärkte der Industrieländer. Dieser kräftige Rückschlag ist aus fundamentaler Sicht aber nicht gerechtfertigt, denn der mittel- bis langfristige wirtschaftliche Aufstieg vieler Schwellenländer ist unbestritten.

Kräftige Erholung der Schwellenländer

In der Erholungsbewegung seit Anfang Jahr haben die Emerging Markets von der Rückkehr der Risikobereitschaft profitiert. Ihre Aktienkurse haben sich in den vergangenen Monaten überdurchschnittlich erholt. Die Perspektiven für die einzelnen Schwellenländer unterscheiden sich allerdings beträchtlich. Vor allem asiatische Volkswirtschaften überzeugen mit positiven Wachstumsraten. Ihr Wachstum stützt sich zunehmend auf eine solide Binnenkonjunktur. Anleger müssen sich allerdings bewusst sein, dass die Aktienbörsen der Schwellenländer auch künftig kräftiger schwanken dürften als jene der Industrieländer. Auch Anlagen im Energie- und Rohstoffsektor sind langfristig zwar interessant, aber schwankungsanfällig. Zudem könnte sich die Nachfrage bei einer länger andauernden Schwäche des wirtschaftlichen Umfelds abschwächen. Das Anlagethema würde dabei kurz- bis mittelfristig an Attraktivität einbüssen.

Erneuerbare Energien und Agrarprodukte

Ähnlich verhält es sich mit erneuerbaren Energien. Vor allem Unternehmen aus dem Solarbereich erzielten noch bis im September letzten Jahres Renditen von mehr als 100 Prozent. Mit dem konjunkturellen Einbruch kam dann die Ernüchterung. Die Branche dürfte noch für längere Zeit damit beschäftigt sein, Überkapazitäten abzubauen und sich dem härter gewordenen Marktumfeld anzupassen.

Auf lange Sicht bieten jedoch sowohl Anlagen im Bereich konventionelle als auch erneuerbare Energie überdurchschnittliche Renditechancen. Ein weiterer Megatrend ist die zunehmende Nachfrage nach Agrarprodukten. Die Weltbevölkerung wächst rasant und in vielen Weltregionen steigt gleichzeitig die Kaufkraft. Hunderte von Millionen Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern können es sich erstmals leisten, regelmässig Fleisch zu kaufen. Der steigende Fleischverzehr geht einher mit einer erhöhten Nachfrage nach Futtergetreide. Für die Produktion von einem Kilo Rindfleisch benötigt man sieben Kilo Getreide.
Ein weiterer Faktor für die zunehmende Nachfrage nach Agrarprodukten ist die zunehmende Verwendung als Biotreibstoff. Gleichzeitig sinkt das Angebot, weil die bebaubaren Ackerflächen als Folge des  Städtebaus abnehmen und wegen der Klimaänderung. Diese Entwicklungen haben langfristig steigende Preise zur Folge.

Obligationen und Gold bringen Stabilität ins Portfolio

Obligationen und andere festverzinsliche Anlagen bringen Stabilität ins Portfolio. Staatsanleihen grosser Industrienationen galten lange Zeit als sicherer Hafen. Die steigende Staatsverschuldung  besonders der USA, Grossbritanniens und weiterer europäischer Länder bereitet jedoch vielen Ökonomen Sorgen. Es besteht für einige Industriestaaten der Anreiz, die Schuldenlast über steigende Inflation abzubauen. Unternehmensanleihen mit guter bis sehr guter Bonität profitierten in den vergangenen Monaten von wieder gesunkenen Risikoaufschlägen und von einer Wiederbelebung der Kreditmärkte. Die Kurse haben sich seit März deutlich erholt.
Der Zeitpunkt für den Einstieg in Unternehmensanleihen ist nach wie vor günstig, nicht zuletzt wegen ihres attraktiven Coupons, der zumindest einen gewissen Inflationsschutz bietet. In diesem Zusammenhang sind auch Gold- und Immobilienanlagen zu nennen. Vor allem dem Gold sprechen viele Analysten weiteres Potenzial zu. Nach dem kräftigen Preisanstieg in den vergangenen Monaten ist kurzfristig zwar ein gewisses Rückschlagspotenzial vorhanden, mittelfristig ist Gold aber in mehreren Punkten attraktiv. Der Goldpreis entwickelt sich relativ unabhängig von den Kursen von Aktien und Obligationen. Zudem bietet Gold einen gewissen Schutz gegen einen sinkenden Dollarkurs und gegen die Inflation.

Von: Rolf Biland, Leiter Anlagestrategie VZ VermögensZentrum