Immobilienmarkt 2007/2008
Nachfrageseite (noch) intakt
Die Nachfrage wird fürs laufende Jahr gesamthaft als sehr intakt eingestuft. Bei den Eigenheimen stellt die Mehrheit von 67% (Einfamilienhäuser) respektive 56% (Eigentumswohnungen) eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Nachfrage fest, wobei doch knapp 30% der Befragten nochmals Nachfrageerhöhungen wahrnehmen.
Bei den Eigentumswohnungen stellen aber auch 15% einen Nachfragerückgang fest. Zudem ist hier der Anteil derjenigen, welche eine weitere Nachfragesteigerung feststellen gegenüber den Vorjahren markant zurückgegangen. Die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern ist laut der deutlichen Mehrheit erneut angestiegen. Das Segment der Büro- und Geschäftshäuser scheint ebenfalls belebter als noch vor wenigen Jahren. 20% der Befragten erleben zwar eine weiter rückläufige, 26% aber eine erhöhte Nachfrage, während sich beispielsweise im Jahr 2004 noch 65% für eine rückläufige Nachfrage im Büro- und Geschäftsflächensegment aussprachen. Beim Bauland stellen 47% eine erhöhte, 48% eine unveränderte und nur 5% eine rückläufige Nachfrage fest.
Weiterhin hohes Angebot
Bei den Einfamilienhäusern geht die deutliche Mehrheit von einem analogen Angebot wie im Vorjahr aus. Eigentumswohnungen scheinen aber heuer noch zahlreicher angeboten zu werden. 58% stellen eine weitere Erhöhung, nur 2% einen Rückgang des Angebots fest. Mehrfamilienhäuser - wohl vor allem Renditeobjekte - gelangen derzeit scheinbar nicht oft auf den Markt. Seit nunmehr vier Jahren wird in diesem Segment ein rückläufiges Angebot wahrgenommen. In diesem Jahr sprechen sich 55% der Befragten für einen Angebotsrückgang und nur 9% für eine -erhöhung aus. Bei den Büro- und Geschäftshäusern wird mehrheitlich von unverändertem Angebot ausgegangen. Der Durchschnitt der angegebenen Leerstandsquoten beläuft sich aktuell auf 4.3% bei den Büro- und Geschäftsflächen.
Die durchschnittliche Leerstandsquote bei den Mietwohnungen beläuft sich in diesem Jahr auf 1.8%. Bei der Vermietung von Wohnungen stellt die Mehrheit der Befragten wie schon in den Vorjahren in den Landgemeinden und den Agglomerationsgemeinden (bis 20'000 Einwohnern) eine mittlere Nachfrage fest, sowohl bei den kleinen (mit weniger als 4 Zimmern) wie auch bei den grösseren Wohnungen (mit 4 und mehr Zimmern). Dies trifft in den mittelgrossen Städten (bis 100'000 Einwohner) auch für die grösseren Wohnungen zu, nicht jedoch für Wohnungen mit weniger als vier Zimmern, welche laut der knapp mehrheitlichen Aussage (56%) stark nachgefragt werden. In den Grosszentren treffen gemäss der Mehrheit der Befragten die grossen und noch häufiger die kleineren Wohnungen auf eine starke Nachfrage.
Erneut erhöhtes Preisniveau
Das Preisniveau ist laut Aussage der Befragten im laufenden Jahr in allen Segmenten weiter angestiegen. Bei den Eigentumswohnungen nehmen zwar deutlich weniger Immobilienprofis als im Vorjahr eine erneute Preissteigerung wahr. Immerhin stellt aber auch dort die knappe Mehrheit von 48% einen weiteren Preisanstieg und nur 6% einen Preisrückgang fest. Die hohe Nachfrage und das geringe Angebot an Mehrfamilienhäusern scheinen sich auch heuer entsprechend auf die Preise auszuwirken. Überwiegende 74% stellen erhöhte bis stark erhöhte Preise fest. Im Büro- und Geschäftsflächenmarkt spiegelt sich die gute Konjunkturlage wieder. 39% stellen steigende, nur 11% sinkende Preise fest. Zum Vergleich: In den Jahren 2002 bis 2005 nahmen 2/3 bis 3/4 der Befragten sinkendes Preisniveau wahr. Bei den Baulandpreisen stellt in diesem Jahr die Mehrheit von 67% der Befragten erneute Preiserhöhungen fest.
Sanfte Landung in Sicht?
Auch für das kommende Jahr wird die Lage am Immobilienmarkt insgesamt positiv eingeschätzt. Nichts desto trotz lassen sich auch skeptischere Stimmen ausmachen. Bei den Einfamilienhäusern rechnet die Mehrheit von 46% mit unveränderten Preisen. 34% gehen von einem weiteren Preisanstieg aus, jedoch 20% rechnen mit Preisrückgängen. Zu analogen Ergebnissen kommen die Befragten in Bezug auf die Eigentumswohnungen. In diesem Segment schätzen die Immobilienprofis zudem die Lage deutlich zurückhaltender ein als noch in den zwei vorangegangenen Jahren, als 52% respektive 58% mit weiteren Preisanstiegen rechneten (heuer 34%). Angesichts der enormen Ausdehnung des Angebots in den letzten Quartalen gerade im Bereich der Eigenheime ist eine tiefere Erwartungshaltung in Bezug auf die Nachfrage sowie das Preisniveau sicherlich angemessen.
Bei den Mehrfamilienhäusern sind 53% von weiteren Preiserhöhungen im kommenden Jahr überzeugt, wobei doch 13% von rückläufigen Preisen ausgehen. Bei den Büro- und Geschäftshäusern rechnen 18% mit Preisanstiegen, 24% jedoch mit einem Preisrückgang. Beim Bauland erwartet die Mehrheit von 60% weitere Preiserhöhungen, nur 6% gehen von Preiseinbussen aus. Für die Baukosten rechnet die Mehrheit von 54% mit weiter steigenden Preisen. Knapp 60% erwarten auch im kommenden Jahr unveränderte Bruttorenditen - sowohl bei den Wohngebäuden wie auch bei den Büro- und Geschäftshäusern. Immerhin etwas über 30% erwarten aber in beiden Segmenten rückläufige Renditen.
Für Kontakte:
HEV Schweiz (info@hev-schweiz.ch)
Sandra Burlet, lic. rer. publ. HSG, Volkswirtschafterin, HEV Schweiz Tel. 044 / 254 90 20

