Immobilienumfragen 2005/2006
Nachfrage weitgehend intakt
Die Nachfrage nach Wohnobjekten hat sich auch im Jahr 2005 vielerorts gut gehalten. Bei den Einfamilienhäusern nahm die grosse Mehrheit für das laufende Jahr eine unveränderte Nachfrage wahr. Bei Eigentumswohnungen sowie beim Bauland wurde von einer knappen Mehrheit von gut 50% ein weiterer Nachfrageanstieg festgestellt, während sich rund 44% für eine unveränderte Nachfrage aussprachen. 82% der Befragten nahmen auch in diesem Jahr einen Trend zum Kauf eines Eigenheimes wahr. Bei den Mehrfamilienhäusern scheint gar ein eigentlicher Run stattzufinden: Hier stellten beachtliche 77% eine Nachfragezunahme und kaum jemand einen Nachfragerückgang fest. Diese Nachfrage scheint insbesondere auch von Privatpersonen auszugehen, denn 78% Prozent der Befragten nahmen eine gestiegene Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern auch seitens Privatpersonen wahr. Bei den Büro- und Geschäftsflächen stellte die Mehrheit erneut eine rückläufige Nachfrage fest.
Mietwohnungssegment entspannt
Bei der Nachfrage nach Mietwohnungen hat sich einiges getan: Wie bereits die jeweils im Juni durchgeführte Leerwohnungszählung durch das Bundesamt für Statistik ergab, scheint sich die Wohnungssituation langsam auch in Zentrums- und Städtelagen zu entspannen. In den Mittelstädten (20'000 bis 100'000 Einwohner) und bei den Wohnungen mit 4 und mehr Zimmern stellte erstmals seit Einführung dieser Fragen im Jahr 2001 die Mehrheit nur eine mittlere Nachfrage fest. Auch bei den Wohnungen mit weniger als 4 Zimmern stellte die Mehrheit in den Mittelstädten eine mittlere Nachfrage fest, während in den Grosszentren die Mehrheit eine grosse Nachfrage nach diesem Wohnungstypen wahrnimmt. Damit scheint sich zu bestätigen, dass in Zentrumslagen nicht mehr allein die grossen Wohnungen mit 4 und mehr Zimmern zu den gefragtesten Objekten gehören, sondern dass sich auch etwas kleinere Typen mit weniger als 4 Zimmern zunehmender Beliebtheit erfreuen. Dies hat sicherlich nicht zuletzt mit der demographischen Entwicklung und der Tatsache zu tun, dass sich bei älteren Menschen insbesondere 3-Zimmer-Wohnungen in Zentrumsnähe grosser Beliebtheit erfreuen.
Knappes Angebot an Mehrfamilienhäusern
Die deutliche Mehrheit stellte bei den Einfamilienhäusern ein gegenüber dem Vorjahr unverändertes Angebot fest. Bei den Eigentumswohnungen zeigt sich dasselbe Bild wie ein Jahr zuvor: 57% stellten ein angestiegenes, 36% ein unverändertes und 7% ein kleineres Angebot fest. Nicht nur gesamtschweizerisch, sondern auch in verschiedenen Kantonen, wurde scheinbar das Angebot an Eigentumswohnungen ausgedehnt. So haben die Befragten beispielsweise in den Kantonen Aargau, Bern und Thurgau mit klaren Mehrheiten ein gegenüber dem Vorjahr unverändertes Angebot an Einfamilienhäusern registriert, während sie in denselben Kantonen eine eindeutige Angebotsausdehnung an Eigentumswohnungen feststellten. Das Angebot an Mehrfamilienhäusern scheint demgegenüber eher knapp zu sein: 51% der Befragten nahmen gesamtschweizerisch ein rückläufiges, 41% ein unverändertes und 8% ein erhöhtes Angebot wahr. Beim Bauland sprachen sich 55% für ein unverändertes und 42% für ein kleineres Angebot gegenüber dem Vorjahr aus. Wiederum alles andere als knapp scheint das Angebot im Büro- und Geschäftsflächenbereich zu sein: 51% stellten ein unverändertes Angebot fest, 38% nahmen einen erneuten Anstieg und 11% einen Rückgang wahr.
Eigentumswohnungen teurer
Die Preiseinschätzung im Einfamilienhaussegment ist praktisch identisch mit derjenigen von 2004. 36% stellten steigende, 3% stark steigende, 13% sinkende und 48% unveränderte Preise fest. Bei den Eigentumswohnungen nahmen die Befragten gesamtschweizerisch trotz erhöhtem Angebot auch in diesem Jahr mehrheitlich Preissteigerungen wahr. In den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Zürich stellten gar gegen 80% Preissteigerungen fest. Ein starker Preisdruck nach oben wurde auch bei den Mehrfamilienhäusern konstatiert: Insgesamt 56% stellten steigende, beachtliche 21% stark steigende, 5% rückläufige und 18% unveränderte Preise fest. Diese Feststellung ist denn auch äusserst konsistent mit der Einschätzung des knappen Angebots, welchem eine grosse Nachfrage gegenübersteht. Kein einfaches Jahr haben wiederum die Büro- und Geschäftsflächen hinter sich. Hier stellten 48% ein rückläufiges, 11% ein stark rückläufiges, 9% ein gestiegenes und 32% ein unverändertes Preisniveau fest.
Aussichten 2006
Gesamtschweizerisch wird für das kommende Jahr bei den Eigentumswohnungen, den Mehrfamilienhäusern sowie beim Bauland nochmals mit gewissen Preiserhöhungen gerechnet. Bei den Eigentumswohnungen erwartet aber ein gegenüber dem Vorjahr erhöhter Anteil von gut 12% rückläufige Preise, während 30% mit unveränderten Preisen rechnen. Für die Einfamilienhäuser rechnet die Mehrheit mit gleichbleibendem Preisniveau. Bei den Büro- und Geschäftsflächen bleiben die Aussichten trüb: 58% rechnen mit weiter sinkenden, 12% mit stark sinkenden, nur 5% mit steigenden und 25% mit unveränderten Preisen. Für die Baukosten erwartet eine Mehrheit von 57% keine Veränderung, während doch 35% mit einer Teuerung rechnen. Die Bruttorenditen werden mehrheitlich als rückläufig eingeschätzt. Bei den Wohnhäusern erwarten 49%, bei den Geschäftshäusern 73% geschmälerte Renditen. Die durchschnittliche angegebene Rendite bei Mehrfamilienhäusern beträgt derzeit bei Altbauten rund 8%, bei Neubauten knapp 6.5%.
Auskünfte:
Sandra Burlet, Volkwirtschafterin HEV Schweiz, Tel. 044 254 90 20

