Sonnenkollektoren sind im Trend
Der Markt boomt: Sonnenkollektoren erfreuen sich nach wie vor einer steigenden Nachfrage und geben der Branche dadurch viel Arbeit. Bild ZVG
In vielen Kantonen, beispielsweise im Kanton Zürich, sind Solaranlagen nicht bewilligungspflichtig, sofern sie in einer zusammenhängenden Fläche bis 35 m2 installiert werden und weniger als 10 Zentimeter über die Dachfläche hinausragen. Eine Anzeige bei der Gemeinde (Bauamt) genügt. Eine Bewilligung braucht es hingegen für Kollektoren auf Häusern ausserhalb von Bauzonen und in geschützten Ortsbildern sowie Kernzonen. Die Auflagen bezüglich Fläche und Überstand (10 Zentimeter) sind mehr als sinnvoll. Denn für Einfamilienhäuser sind Kollektorflächen über 20 m2 nur in Ausnahmefällen zu empfehlen. Und dass die Kollektoren flächenbündig auf dem Dach aufliegen und dadurch wenig «auskragen», hat den Vorteil, dass Nistplätze für Vögel, Siebenschläfer und Co. verhindert werden. Dazu eignen sich die Bäume im Garten dann doch bess
Förderung Sonnenkollektoren
Ziel der vereinfachten Verfahren ist eine stärkere Verbreitung der umweltfreundlichen Energiesammler. Dem gleichen Zweck dienen die zahlreichen Förderprogramme, die Hausbesitzern bei der Installation einer Solaranlage finanziell unter die Arme greifen. Allerdings sind selbst beim Bezug grosszügiger Förderfranken Sonnenkollektoren kein Geschäft - ausser für die Anbieter, denn der Markt boomt.
Für das Jahr 2009 prognostizieren Fachleute eine Zunahme der Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um über 30 Prozent, meint Urs Wolfer vom Bundesamt für Energie. Die Schätzung vom Oktober 2009 basiert auf Umfragen bei Herstellern für das erste Halbjahr 2009.
Insgesamt werden in der Schweiz rund 100‘000 m2 Sonnenkollektoren pro Jahr verbaut. Die grosse Nachfrage führt mitunter gar dazu, dass die Lieferfristen länger werden und die Preise kaum sinken, obwohl grössere Serien in der Fertigung genau dies vermuten lassen.
Ökologie steht im Vordergrund
Für Hausbesitzer ist die Kollektoranlage ein Beitrag zum Umweltschutz. Gerade bei konventionellen Heizungen mit fossilen Brennstoffen ist die Kompaktanlage zur Wassererwärmung besonders passend. Sie ist einfach und in der Regel kostengünstig. Im Keller steht dann ein Kombi-Boiler, mit dem das Warmwasser mittels Solarwärme, aber auch durch den Öl- oder Gaskessel, aufbereitet werden kann. Grössere Vorsicht ist bei Kollektoranlagen in Verbindung mit Wärmepumpen angezeigt.
Peter Hubacher von der Fördergemeinschaft Wärmepumpen Schweiz meint gar, es würde dabei «sehr viel gebastelt». Der Experte bezieht sich auf Kollektoranlagen, die mit dem gleichen Wärmespeicher arbeiten wie die Wärmepumpe. «Diese Schaltungen sollten wirklich von einem Fachmann mit Erfahrung geplant und installiert werden», so Hubacher.
Röhren- oder Flachkollektoren?
Vakuumkollektoren erzielen rund 30 Prozent mehr Ertrag, auf die Absorberfläche bezogen, als Flachkollektoren. Der Grund: Der Unterdruck in den Glasröhren - fast ein Vakuum - wirkt wärmedämmend. Die Verluste sind dadurch kleiner als bei Flachbettkollektoren. Sie sind aber auch rund ein Drittel teurer.
Entgegen dem optischen Eindruck sind Röhrenkollektoren ziemlich robust. Glasbruch ist äusserst selten. Zum Beweis stellen sich Monteure gelegentlich mitten auf die Glasröhre, im Wissen, dass es keine Scherben gibt. Die rundverglasten Absorber haben aber noch einen - für Flachdächer vielfach entscheidenden - Vorteil. Die Kollektoren müssen nicht «aufgeständert» werden, um einen idealen Winkel für die Solarstrahlung zu erreichen. Denn der schwarze Absorber ist in der Röhre drehbar gelagert, lässt sich also nach der Sonne ausrichten. Damit kann der Kollektor bündig auf ein Flachdach montiert werden, ohne Einbusse am Ertrag. Mit einem Flachkollektor ist dies nur mit einer Aufständerung möglich.
«Nebenkosten» beachten
Hausbesitzer unterscheiden vorteilhafterweise zwischen reinen Sys-temkosten, die für die Anschaffung der Komponenten nötig sind, und den bauseitigen Kosten, die bei der Montage entstehen. Je nach Situation können diese «Nebenkosten» erheblich sein.
Denn der Elektriker, der Sanitär und der Dachdecker sind vielfach an der Installation einer Solaranlage beteiligt. «Da lohnt sich eine detaillierte Aufstellung der zu erwartenden Kos-ten», warnt David Stickelberger von Swissolar. Damit wappnet sich der Hauseigentümer vor unliebsamen Überraschungen.
Einfache Anlagen schneiden auch deshalb besser ab, weil sich weniger Umtriebe für die Handwerker ergeben. Tatsache ist aber auch, dass die Kosten schon nach einigen Jahren vergessen sind, die Kollektoren dann immer noch während 25 Jahren Wärme liefern - und das erst noch ohne Rechnung.
Kollektorenanlagen: 7 wichtige Punkte
- Gute Kollektoren haben ein Prüfattest. (www.swissolar.ch)
- Kompaktanlagen sind für die Wassererwärmung geeignet.
- Kombianlagen für Heizung und Wassererwärmung sind teurer.
- Wassererwärmung: 5 m2 Kollektoren für ein Einfamilienhaus.
- Mehrfamilienhaus: 0,5 bis 1m2 Kollektoren pro Person.
- Vorsicht bei Kollektoren und Wärmepumpen.(Schaltung)
- Bauseitige Kosten beachten. (Dachdecker, Spengler, Elektriker, Sanitär)
Leistungsgarantie
Wer auf Nummer sicher gehen will, verlangt vom Installateur eine Leistungsgarantie. Das ist eine vom Bundesamt für Energie autorisierte Checkliste, in der der Lieferant sich zur Einhaltung von Mindestanforderungen verpflichtet. Dieses standardisierte Formular ist insbesondere bei der Beschaffung einer Kollektorenanlage sehr hilfreich.
Information: www.leistungsgarantie.ch
Bezug: www.minergie.ch

