Schimmel

Durch die zunehmend dichtere Bauweise hat die Problematik rund um Schimmelpilz in den letzten Jahren markant zugenommen. Heute treten Feuchtigkeits- und Schimmelprobleme in jedem 4. bis 5. Haushalt auf. Schimmelpilzsporen sind alltägliche Bestandteile der Aussen- und Innenluft. Dabei erweisen sich die Sporen als äusserst widerstandsfähig und als Meister in Flugtüchtigkeit. Kein Wunder sind Schimmelpilzsporen nicht nur am Boden sondern auch in der Land- und Stadtluft allgegenwärtig. Dies stellt noch kein Problem dar. Erst wenn die Sporen auf kühle und feuchte Oberflächen treffen, entwickelt sich Schimmelpilz.

Schimmelpilz in Innenräumen

Wie alle Pilzarten benötigt auch der Schimmelpilz ein feucht-warmes Klima, um gedeihen zu können. Zudem muss der Ort möglichst zugluftgeschützt sein. Feuchte Oberflächen finden sich an verschiedenen Stellen im Gebäude. Sei dies durch undichte Bauteile an denen z. B. Regenwasser von aussen eindringen kann, aufsteigende Feuchtigkeit in den Kellerräumen oder defekte Wasserleitungen, welche ein Mauerwerk durchfeuchten oder durch auskondensierende Feuchtigkeit der Raumluft. Dabei ist das subtile Zusammenspiel zwischen Raumluftfeuchtigkeit und der Temperatur auf der Oberfläche von Bauteilen von grosser Bedeutung. Kühlt die Raumluft an kalten Wandoberflächen ab, herrscht an der Oberfläche eine deutlich höhere relative Feuchtigkeit als im Raum selbst. Liegt die relative Feuchtigkeit an der Wandoberfläche während einiger Tage annähernd bei 80% oder höher, ist mit Schimmelbildung zu rechnen. Als Nährstoffe dienen den Schimmelsporen der Hausstaub oder Papier, Karton, Tapeten und Holzwerkstoffe. Grundsätzlich sind verschmutzte Materialien anfälliger auf Schimmelbewuchs als saubere. Räume mit kühlen Wänden und einer hohen Feuchtigkeitslast sind besonders anfällig auf Schimmelwachstum. Zum Beispiel in Schlafzimmer da diese oft kühlere Temperaturen aufweisen und nachts durchs Atmen und Schwitzen viel Feuchtigkeit freigesetzt wird. Bäder und Küchen sind durch die hohe Feuchteproduktion am meisten betroffen. Häufig findet sich Schimmel auf der Innenseite der Aussenwände oder an Trennwänden zu unbeheizten Räumen.

Verschärfen sich in Wohnräumen die Feuchtigkeitsprobleme meist im Herbst und Winter, so ist für Kellerräume der Sommer die ungünstige Jahreszeit. Gelangt nämlich beim Lüften warme, feuchte Luft in den Keller, kühlt sie ab und wird dabei noch feuchter. An den kühlen Kellerwänden steigt dadurch die Gefahr von Schimmelbewuchs an. Kellerfenster und -türen sollte man deshalb besonders an warmen Sommertagen geschlossen halten.

Vorgehen bei Schimmelbefall

Tritt in Räumen Schimmelwachstum oder Schimmelgeruch auf, ist eine sachliche Beurteilung der Situation für alle Beteiligten hilfreich. Bei unklarer oder grösserer Schadenssituation sollte eine Fachperson für Bauschäden und Bauphysik beigezogen werden. Grob kann der Schimmelbefall in drei Kategorien eingeteilt werden (siehe Tabelle). Während bei Schimmelbefall der Kategorie 0 keine gesundheitliche Gefährdung besteht, kann dies bei den Kategorien 1 und 2 durchaus der Fall sein. Zudem besteht die Gefahr, dass die Bausubstanz ernsthaft Schaden erleidet. Je nach Grad der Verschimmelung ist anders vorzugehen. Allen gemeinsam gilt es jedoch, die Ursachen für den Befall zu eruieren und zu beheben.

Beseitigung

Geringe Schimmelspuren der Kategorie 0 können von Laien, ohne mit Gesundheitsbelastung rechnen zu müssen, beseitigt werden. Insbesondere auf glatten Oberflächen können Schimmelspuren leicht mit Wasser und Haushaltreiniger entfernt werden. An rauen Oberflächen empfiehlt sich nach dem Reinigen und Trocknen eine Desinfektion mit „Javelwasser“ (wässrige Lösung von Kaliumhypochlorit KOCI oder Natriumhypochlorit NaOCl) oder 70 - 80%-igem Ethylalkohol.

Auch eine oberflächliche Verschimmelung der Kategorie 1 kann von “gesunden“ Laien zum Teil selbst behandelt werden. Dabei sind die verschimmelten Stellen gut mit Wasser zu befeuchten, damit die Schimmelbestandteile weniger leicht in die Raumluft übertreten. Anschliessend ist die oberste Putzschicht oder die Tapete über die Bewuchsränder hinaus zu entfernen. Ist der Schimmelbewuchs beseitigt, sollten die feuchten Baumaterialien rasch getrocknet werden.

Essentiell bei einer Schimmelsanierung ist das vollständige Entfernen des Schimmels. Lediglich ein Überstreichen der schadhaften Stellen löst zwar kurzfristig das Problem, unter der Anstrichschicht wuchert der Pilz jedoch weiter.

Nie mehr Schimmelbefall

Ist der Schimmel erst einmal beseitigt, gilt es mit geeigneten Massnahmen ein erneutes Anwachsen zu verhindern. Wichtigstes Indiz ist die relative Raumluftfeuchtigkeit. Während der Heizperiode sollte diese zwischen 30 bis 50% liegen, an sehr kalten Wintertagen besser noch unter 40%. Richtiges Lüften hilft diese Werte einzuhalten. Als Faustregel gilt: Mindestens dreimal täglich durch Öffnen aller Fenster und Türen während 5 bis 10 Minuten mit Durchzug lüften. Wer tagsüber nicht zu Hause ist, kann dies morgens, beim Heimkommen und vor dem Zubettgehen tun. In älteren Gebäuden mit neuen Fenstern und schlechter Wärmedämmung sollte häufiger gelüftet werden. Dasselbe gilt für Wohnungen, in welchen viele Personen auf engem Raum leben und für Neubauten oder Gebäude nach grösseren Umbauten. Dauerlüften durch geöffnete Kippfenster soll man während der Heizperiode vermeiden. Unnötige Feuchteproduktion ist zu vermeiden. Wenn beim Kochen, Duschen, Baden und Bügeln viel Dampf entsteht, sollte man die Abluftventilatoren betätigen oder lüften. Defekte Abluftanlagen müssen rasch repariert und Dampfabzüge in der Küche sollten regelmässig gereinigt werden. Beschlagene Fenster sind ein Zeichen für eine deutlich zu hohe Luftfeuchtigkeit. Im Winter sollte keine Wäsche in der Wohnung aufgehängt werden.

Bei schlecht gedämmten Gebäuden empfiehlt es sich nicht den Heizbeginn hinauszuzögern. Kühlen die Wände zu sehr aus bildet sich schneller Schimmel. Besonders heikel sind Bauten bei welchen erst die Fenster modernisiert worden sind. Der natürliche Luftwechsel wird durch die dichten Fenster verringert und die Feuchtigkeit wird weniger abtransportiert. Im Zusammenhang mit solchen Erneuerungsmassnahmen sollte das Lüftungskonzept mit einer Fachperson besprochen und die Benutzer instruiert werden.

Grosse Möbel wie Schränke und Wohnwände sind möglichst nicht an kühle Aussenwände oder in Aussenwandecken zu stellen. Kleinere Möbel sollten einen Abstand von 10 cm von der Aussenwand haben.

Black Magic Dust

Fogging, Schwarzstaub oder Black Magic Dust mutet im ersten Moment wie Schimmelpilzbewuchs an. Dabei handelt es sich jedoch um staubförmige oder ölig-schmierige Ablagerungen welche, verschiedene chemische Substanzen enthalten – sogenannte schwer flüchtige organische Verbindungen, welche als Weichmacher in verschiedenen Bausubstanzen enthalten sind. Black Magic Dust tritt meist in der ersten Heizperiode in Neubauten oder nach Renovationen auf.

Schadenmerkmale Gesundheitsrisiko, bauliche Schäden Empfehlungen
0 Spuren von oberflächlichem Schimmelbewuchs bis ca. 10 x 10 cm (z. B. Mauerecke, Plattenfuge). Keine Hinweise auf grösseres Problem (z. B. Wasserschaden) Gesundheitlich und bauphysikalisch unproblematisch Häufig kann der Schimmel selbständig entfernt werden. Geschieht dies nicht, sollte eine allfällige weitere Ausbreitung beobachtet werden. Um die Schimmelspuren langfristig zu beseitigen, sollte die Ursache ermittelt und behoben werden.
1 Oberflächlicher Schimmelbewuchs in einem Raum bis ca. 70 x 70 cm. Keine Hinweise auf grösseres Problem Im Sinne der Gesundheitsvorsorge inakzeptabel. Bauphysikalisch ist die Situation meist unproblematisch Die Ursache für die erhöhte Feuchtigkeit und somit für das Schimmelwachstum ist zu klären und zu beheben. Schimmelbewuchs vollständig entfernen. Keine Eigensanierung beim Aufenthalt gefährdeter Personen.
2 Vereinzelter Schimmelbewuchs auf grösserer Fläche und/oder an mehreren Stellen im selben Raum. Schimmelbewuchs in tieferen Schichten Im Sinne der Gesundheitsvorsorge inakzeptabel. Bauphysikalisch ist die Situation häufig problematisch und kann sich verschlimmern. Umgehende Abklärung der Schadensursache durch einen Spezialisten und beheben dieser. Schimmelsanierung muss durch spezialisierte Firma vorgenommen werden.

Tipps zum Vorbeugen von Schimmelbefall:

  • Relative Raumluftfeuchtigkeit von 30 bis 50%. An sehr kalten Wintertagen sollte die Luftfeuchtigkeit nicht über 40% liegen.
  • Mindestens dreimal täglich während 5 bis 10 Minuten mit Durchzug lüften.
  • Kein Dauerlüften durch geöffnete Kippfenster.
  • Unnötige Feuchtigkeitsproduktion vermeiden, im Winter keine Wäsche in der Wohnung aufhängen.
  • Nach dem Baden oder Duschen Fliessen und Fugen möglichst mit einem Lappen oder Gummischaber abtrocknen.
  • Nicht von einem Zimmer ins andere lüften und so die Feuchtigkeit weiter verteilen.
  • Heizbeginn nicht hinauszögern.
  • Grosse Möbel wie Schränke und Wohnwände nicht an kühle Aussenwände oder in Aussenwandecken stellen.

Schimmel in Wohnräumen

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Vorsicht Schimmel

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